Licht- und Schattenseiten

Wenn wir von Licht und Schatten sprechen, dann ist erstmal wichtig zu verstehen, dass es nicht um gut und schlecht geht, sondern um bewusst und unbewusst.

Die meisten Menschen wollen nur das Gute im Bewusstsein haben. Das, was sie als schlecht bewerten oder verurteilen, darüber wollen sie weder bewusst nachdenken, noch es bewusst fühlen.

Sie tun daher alles mögliche, ganz gleich wie absurd, um zu vermeiden, ihrer eigenen Seele zu begegnen. Dabei gibt es keine Bewusstwerdung ohne Schmerz und „ein Mensch wird nicht erleuchtet, indem er sich Lichtfiguren vorstellt, sondern indem er sich die Dunkelheit bewusst macht“. (C. Jung)

Der Weg in eine friedliche Welt, führt durch unseren Schmerz. Einzeln sowie kollektiv betrachtet. Wir tun gerne so, als sei das nicht so und als sei da kein Schmerz, weil wir Angst haben, in ihm zu ertrinken. Dabei verschlingen Emotionen wie Schmerz, Trauer und Wut uns nur, wenn wir sie meiden.

Da Programmierungen und Ängste jedoch dafür sorgen, dass viele diese Lernerfahrung gar nicht erst machen, sehen wir für gewöhnlich häufiger und mehr Menschen den sogenannten „Lichtarbeiter-Weg“ wählen.

Sie fallen im Grunde auf die Positivität herein, die da lockt und der sich die Menschen eher zuwenden wollen, weil es vermeintlich angenehmer und lohnender ist.

Mein Respekt ist für beide Polaritäten des Lebens gleichermaßen grenzenlos, denn nur beides zusammen repräsentiert die objektive Wahrheit des Seins. Es gibt keine objektive Wahrheit, wenn wir uns nur dem Licht oder nur den Schatten zuwenden.

Und nur wer zugleich seinen Schatten und sein Licht wahrnimmt, sieht sich von zwei Seiten und kommt damit stets zurück in seine Mitte. Das Problem ist nämlich:

Wenn wir Eines dem Anderen vorziehen, das Eine also mehr wertschätzen und dadurch das Andere abwerten, ohne zu erkennen, dass beides wertvoll ist, geraten wir in ernsthafte Schwierigkeiten.

Denn was dann geschieht ist, dass das Schatten-Selbst dadurch ungleich dominanter und gefährlicher wird, weil es aus dem Unbewussten heraus bestimmt und uns am Ende gegen eine riesige Wand rennen lässt.

Denn das geht nur eine begrenzte Zeit lang gut, bevor unser Schatten uns einholt und voll erwischt. Du kannst nicht etwas im Keller begraben und hoffen es bleibt dort für immer und stirbt einfach. Die Energie von Unterdrücktem sorgt nämlich dafür, dass es lebendig bleibt – und wächst. Und so darf es dann die Generation nach uns aufräumen?

Der Text ist ein wenig länger, aber für mich, uns aktuell sehr wichtig.

P.S. Es darf leicht, einfach und schnell gehen… Es ist unsere Entscheidung…

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Menschliche Zyklen und fließende Lebensenergie